Zeitgemäße Meditation – was ist damit gemeint?

Was ist Meditation überhaupt? Und warum wird meditiert oder auch nicht meditiert?

Aus dem Lateinischen übersetzt bedeutet Meditation: nachdenken, nachsinnen, überlegen. Das Altgriechische „medomai“ heißt so viel wie „denken“, „sinnen“. 

Meditationen sind somit kulturübergreifende Konzentrationsübungen, wo es um bewusstseinserweiternde Zustände geht und in spiritueller Hinsicht eine Verbindung zum „Göttlichen“ angestrebt wird.

 

In der Meditation geht es darum, mehr Erkenntnis über sich selbst zu erlangen: SELBST-Bewusstsein.

Je mehr das wirkliche Selbst erkannt wird, desto näher kommt der Meditierende der Erfahrung, etwas „Göttliches“ in sich zu erleben oder erkennt, dass auch er selbst göttlich ist.

Das ist heute jedoch oft nicht mehr das primäre Ziel. Meist erhofft man sich, den Geist zur Ruhe kommen zu lassen und somit mehr Gelassenheit und Konzentration im Leben zu erlangen. Der tiefe innere Wunsch, bei all den Reizen, die heute auf uns einwirken, wieder eine innere Ordnung herzustellen.

Meditiert wurde schon immer. Die Gründe, warum ein Mensch meditiert und wie Meditation interpretiert wird, sind und waren schon immer unterschiedlich.

Bei dem klassischen, alten Weg ging es darum, die Sinne aus dem Leben zurück zu ziehen. Es ging um Gedankenstille, leer werden, aus der engen Körperbegrenzung heraus, in die Freiheit des Bewusstseins hinein. Dort, wo ewiges Wohlgefühl ist. Sich vom Leben abwenden. RÜCK-ZUG. Endlich aussteigen dürfen, aus dem ewigen Kreislauf von Wiedergeburt und dem Leid des Lebens. Er-leuchtet werden, nicht wieder kommen müssen und stattdessen wieder EINS mit der Quelle, im ewigen Lichte baden… Dem liegt zugrunde: Die Welt da draußen ist eine Illusion und die Welt ist Leid.

 

Das, was bei den meisten gängigen Formen prägend ist, ist der Versuch, durch Übungen und Anleitungen einen Zustand zu kreieren, der anders und „besser“ ist als der IST-Zustand.

Sämtliche Formen führen zu einer nötigen Entspannung von Körper und Nervensystem und dem Entwickeln von mehr Gelassenheit, Konzentration und Ruhe, und ermöglichen einen erweiterten Blick auf die Dinge.

Einige Techniken sorgen jedoch dafür, dass die Verbindung zum eigenen Wesenskern eher weiter in die Ferne als näher rückt. Das ist der Tatsache geschuldet, dass nicht von dem momentanen und für jeden individuellen Ausgangspunkt begonnen wird. Der Bezug zu den aktuellen Lebensthemen, Gefühlen und Gedanken und der Übung der vollen Annahme der persönlichen Situation kann so nicht hergestellt werden. Statt anzusehen und anzunehmen was jetzt ist, wird der Ist-Zustand durch „Übungen“ verändert und kann dann nicht mehr erkannt werden.

Wenn es jedoch darum geht, eine tiefgreifende Veränderung bis in die verschiedenen Lebensaspekte hinein zu erreichen, braucht es eine bewusste Aktion unseres Bewusstseins. Eine Führung aus uns SELBST.

 

Eine zeitgemäße Meditation setzt genau da an, wo DU jetzt bist.

Es geht darum, Bewusstsein zu schaffen über dich, deine Themen, dein Leben. Das schafft einen unmittelbaren Bezug zum Heute und lässt Bewusstsein und Verständnis über dich und die Welt wachsen.

 

Zeitgemäße Meditation führt nicht wie früher aus dem Leben heraus, sondern direkt in dein Leben hinein.

Sie stärkt und verankert dich genau dort. Die Sinne werden nicht zurück-, sonder ausgefahren. Die Sinnesorgane der Seele werden bewusst ausgebildet und geschult. Im Moment des Erkennens findet eine Erweiterung des Bewusstseins statt, eine Ausdehnung des SELBST-Bewusstseins. Aus dem bewussten Verstehen heraus entspringt erst die Fähigkeit, das Erkannte zu verändern. Eventuell ist das Bild einer „inneren Schulung“, eine wohlwollende Selbsterziehung, hilfreich, um sich von dem klassischen Bild der Meditation zu lösen.

Der Schlüssel, um sich stufenweise in der immer wieder aktuellen Lebenssituation weiterzuentwickeln und so der Selbsterkenntnis näher zu kommen, ist nicht ein Sitzen in Leere und Gedankenstille, sondern die Übung, sich so über die „Alltags“-Gedanken zu erheben, dass eine liebevolle Selbstbeobachtung stattfinden kann. Von diesem Ort aus gilt es, die eigenen Gedanken zu verstehen, zu erkennen und ordnen zu lernen. Gedanken denken, die ein „höheres“ Verständnis haben und bewusst gedacht werden und nicht in einer unbewussten Dauerschleife ablaufen.

 

Meditation = ein Weg hin zum Einklang mit dir

Mit dir klingen in Harmonie, das Gefühl „angebunden“ zu sein an deinen Lebensweg. In ein Erleben gehen, aus einer inneren Verbindung heraus dein Leben zu gestalten. Stetig mehr  Bewusstsein darüber schaffen, was nicht in Verbindung, in Einklang mit dir ist und fähig werden, das zu verändern.

 

Wir erkennen uns durch bewusst gedachte Gedanken.

Wer bist du?

Woher kommst du?

Wo willst du hin?

Was soll das alles hier?

Ein volles Annehmen und Anerkennen von allen Aspekten deines Seins, deines Lebens und der Welt, wie sie sich in jeder Sekunde neu zeigt. Nur das macht ein Erleben in der Gegenwart möglich. Nur das lässt uns wirklich da sein. Nur das, was jetzt ist, kann dein Ausgangspunkt sein.

Eine Hinwendung zu dir – nicht, um eine „Erleuchtung“ zu erfahren, sondern vielmehr, um dich voll und ganz zu beleuchten. Einen Kontakt zum eigenen Kompass, zur inneren Führung und dem Herzen aufbauen. Es geht darum, eine Verankerung in sich selbst aufzubauen, denn nur diese kann ein sicherer Hinweisgeber sein.

 

Niemand kann uns den Weg so gut weisen wie wir selbst.

Was vorher undurchsichtig und unklar war, wird sichtbar. Das, was sichtbar wird, darf angenommen werden. Ein erweitertes Verständnis über dich, dein Leben und die Welt entsteht.

Dieses Selbst-Verständnis führt dich stetig zu mehr: Vertrauen – Selbstvertrauen – und vielleicht sogar irgendwann zum Urvertrauen zurück.

Auf dem Weg wirst du mitfühlender, zuerst dir selbst gegenüber, und dann mehr und mehr mit allen anderen, ganz frei von Sympathie und Antipathie. Selbstliebe erwacht und somit eine sich steigernde Fähigkeit generell zu lieben. Personenunabhängig. Selbstfürsorge etabliert sich, und somit immer mehr Kraft, auch für andere erwartungsfrei sorgen zu können.

Gelassenheit, innere Ruhe und Positivität. Konzentration und Umsetzungskraft. Befreiung von einengenden Konstrukten im Außen und Innen, hin zur inneren Freiheit. Eine Erfahrung von Wahrheit, durch ein eigenes Erleben und nicht durch blinden Glauben. Die Überwindung von Ängsten, Zweifeln und Misstrauen und somit immer mehr Standfestigkeit und SELBSTBEWUSSTSEIN.

Je mehr du dir selbst bewusst wirst, desto klarer der eigene Weg in Einklang mit dir und dem, was du kannst, leben und geben möchtest.

 

Was ist Bewusstseins-„Schulung“?

Eine Schulung, die unser Bewusstsein über den Punkt dessen, was wir bisher über uns und das Leben erkannt haben, ausdehnt und wachsen lässt.

Es geht um erweiterte Übungen, die uns unterstützen, die Dinge, die wir z.B. in der Zeitgemäßen Meditation erkannt haben, vom „Sitz“ direkt in unser Leben hinein zu führen. Es beinhaltet ein gezieltes Arbeiten und Ergründen von unseren Themen, und dem Erforschen und Erfahren von allen zugrundeliegenden geistigen Gesetzmäßigkeiten. Ein Greifen von inneren und äußeren Impulsen, Wachsen, Lernen, Üben, in eine „gelebte Meditation“ hinein.

Wir können lernen, die verschiedenen Ebenen unseres menschlichen Systems, welches aus sämtlichen grob- wie feinstofflichen Schichten besteht, wahrzunehmen. Wirklich zu fühlen. Unser System ist in sich so komplex wie ein ganzes Universum, welches aus dem physischen Körper, den verschiedenen Auraschichten und den Chakren – aus denen unsere „Sinnesorgane der Seele“ entspringen – sowie sämtlichen Bewusstseinsaspekten wie Verstand und Gedankenwelt, verschiedenen Gefühlsebenen und noch vielen weiteren Aspekten besteht.

All diese Ebenen können auf einem selbst-bewusst gegangenen Bewusstseinsweg ergründet werden.

 

Ein Bewusstseinsweg, aus dem eigenen Willen geführt.

Sich selbst, das eigene Leben und die Welt mutig erforschend. Ein „Schulungs“-Weg. Eine frei-WILLIGE Lebensschule. Und doch eine Schule zum Lernen, Wachsen, Aufsteigen oder Sitzenbleiben. Als Leitfaden immer wieder die Frage: Was ist mein nächster Schritt? Welche Körperempfindung, Gedanke, Gefühl und Lebensthema ist heute aktuell? Nur das Aktuelle schafft die unmittelbare Verbindung in dein Leben heute und macht dich darin fähig, Veränderungen anzugehen.

 

Bewusstsein erhöht sich, indem wir es über unseren bisherigen Zustand „er-heben.“

Du polierst deine „Seelenfenster“, sodass du immer klarer durchschauen kannst. Das Außen ordnet sich automatisch, je mehr du dein Inneres ordnest und erkennst. Ein von innen heraus geführtes Leben entsteht.

Zeitgemäße Meditation und Bewusstseinsschulung lassen sich im weitesten Sinne nicht voneinander trennen und fließen lebendig ineinander. Sie begleiten uns in ein selbstbewusstes, achtsames und mit dem Herzen im Einklang geführtes Leben.